LEHRLINGSMEDIATION

MEDIATION AM ARBEITSPLATZ

Mediation ist grundsätzlich ein freiwilliges, selbstbestimmtes Konfliktlösungsverfahren. Sie werden dabei durch einen beim Bundesministerium für Justiz eingetragenen Mediator, der der Verschwiegenheit unterliegt, angeleitet und begleitet, eine für beide Seiten für die Zukunft gut lebbare Lösung für die gegenwärtige Konfliktsituation zu finden.

Und damit ist nicht nur die Auflösung des Lehrverhältnisses gemeint.

Im Fall der Lehrlingsmediaton schreibt der Gesetzgeber seit Sommer 2008 eine Mediation VOR Erklärung der außerordentlichen Auflösung zwingend vor.

Die Fristenhemmung beginnt ab Aufnahme der Mediationsgespräche.

KEINE ANGST VOR MEDIATION !

Mediation ist ein friedlicher Prozess und findet im Zusammenhang mit Lehrlingen grob umrissen so statt:

Zuerst einmal ist es wichtig, die Standpunkte zu klären, dazu ist jeweils ein Einzelgespräch mit dem Lehrherren und dem Lehrling (mit Vertrauensperson) oft schon die halbe Miete. In diesen beiden  Besprechungen ist es dann auch meine Aufgabe als eingetragene Mediatorin zu ergründen, was hinter den Standpunkten steht - nämlich die Interessen und Bedürfnisse.

Nach den Erstgesprächen lade ich dann alle Beteiligten (bei minderjährigen Lehrlingen auch den gesetzlichen Vertreter) ein, um zu einer gemeinsamen und für die Zukunft für alle positiven Lösung zu kommen.

MEDIATION ALS CHANCE

Diese Gesetzesänderung sollte meiner Ansicht nach nicht als Zwang sondern als CHANCE gesehen werden!


Sie stehen nicht vor der völlig einschränkenden Entscheidung zwischen HOP oder DROP, sondern Sie haben unter professioneller Anleitung die Möglichkeit, Klarheit in die Konfliktsituation zu bringen und aus diesem realistischen Zwischenergebnis, welches meist eine völlig neue Sichtweise bringt, eine Lösung zu finden, die für den Lehrherren, den Lehrling und den gesamten Lehrberieb für die Zukunft weit positivere Auswirkungen und Möglichkeiten hat als vor der Mediation!

Manchmal ist das Haus feucht, und zwar nicht, weil das Dach undicht ist, sondern weil eine Kröte den Abfluss versperrt.

Beispiele für Lösungen finden Sie hier!

LEHRHERR

Als Lehrherr tragen Sie nicht nur fachlich sondern auch sozial eine enorme Verantwortung. Und das nicht nur gegenüber dem Lehrling, sondern für den gesamten Betrieb.

Dass es dabei manchmal zu Problemen und Konflikten innerhalb des Betriebes bzw mit dem Lehrling kommt, ist fast vorprogrammiert, denn wo Menschen miteinander arbeiten, entstehen Konflikte.


Sich hier überparteiliche Unterstützung von einem eingetragenen Mediator zu holen, ist kein Zeichen von Unvermögen oder ein Schuldanerkenntnis, sondern zeugt meiner Meinung nach von Voraussicht, Professionalität und der Fähigkeit, Verantwortung für den Betrieb und das Team - das heisst wirtschaftlich und sozial - tragen zu können.

Und Dienstnehmer bzw Lehrlinge empfinden es oft als hohe Wertschätzung, wenn in ihrem Betrieb etwas dafür getan wird, um das Betriebsklima und damit auch die Qualität der Arbeit zu fördern!


LEHRLING

Gehen Sie auch als Lehrling offen in die Mediation! Zu verlieren haben Sie nichts, was nicht sowieso schon den Bach hinunter gegangen ist, gewinnen können Sie viel!

In einem Gespräch auf gleicher, respektvoller Ebene - dafür sorgt der Mediator - redet es sich viel leichter über Ihre möglichen Ängste und Bedürfnisse.

Vielleicht haben Sie keinen Ansprechpartner für Fragen im Betrieb oder Sie trauen sich einfach nicht, oder Sie brauchen einfach Zeit, um sich an das Umfeld und die Autorität von Vorgesetzten zu gewöhnen.

Als "Neuer" ist es gar nicht einfach, seinen Platz in einem Team zu finden; auch auftretende Mobbing-Aktivitäten können das Lehrverhältnis stören oder sogar zerstören.

Haben Sie Vertrauen, ein eingetragener Mediator unterliegt der Verschwiegenheit und hat die Aufgabe, bei Konflikten überparteilich zu vermitteln.

Gerne können Sie zum Gespräch eine Vertrauensperson - einen Freund oder eine Freundin, die Tante ... mitbringen, wenn Ihnen dann das Erklären Ihrer Situation und der Änderungswünsche leichter fällt!

Auch IHRE Lösungsvorschläge sind hier gefragt!

Schauen Sie auf die Seite mit Lösungen, die schon gefunden wurden.


ARBEITSRECHTLICHES

im Kontext für Lehrlinge

Als eingetragene Mediatorin darf ich keine verpflichtende Rechtsauskunft geben, dafür gibt es Experten. Zu den Fristen und den Informationspflichten sind Sie als Lehrherr sowieso schon aufgrund Ihrer fundierten Ausbildung  bestens informiert.

Sollten Sie dennoch eine Auffrischung brauchen, sind für mein Dafürhalten die Homepage der Wirtschaftskammer (WKO hier klicken) beziehungsweise der Arbeiterkammer (AK hier klicken) sehr benutzerfreundlich und informativ aufbereitet.


Für Spezialfälle oder komplexere Situationen wäre sicherlich der Rat eines Rechtsanwalts beziehungsweise Wirtschafts- und Steuerberaters notwendig.

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