Mediation macht Nähe wieder möglich
Wie nach jeder Mediation öffne ich das Fenster.
Es ist schon dunkel draußen, der Regen hat aufgehört, die kühle Luft strömt ins Zimmer.
Da klopft es an der Tür, ganz leise – und vorsichtig öffnet sie sich.
Zögerlich steckt die Mutter, die gerade mit ihren Kindern bei mir war, den Kopf durch den Spalt.
Sie hält kurz inne, ich deute ihr, dass Sie gerne hereinkommen darf.
Und Sie betritt noch einmal die Praxis und setzt sich – aber nicht auf den Platz, den sie vorher eingenommen hatte.
Die Dame setzt sich auf die Couch, auf der ihre beiden Kinder vorher saßen.
Ich höre sie durchatmen, ihr Blick ist auf den Tisch gerichtet.
So nahe wie heute waren mir meine Kinder glaub ich seit ihrer Geburt nicht mehr.
Sie schaut mich milde, fast liebevoll an, steht langsam auf, nickt mir zu und geht.
Das ist jetzt fast eine Dreiviertelstunde her, und mir kullert noch immer die eine oder andere Träne über die Wange.
Gerührt, berührt, dankbar.

